Adelheid Heine-Stillmark art photography
Adelheid Heine-Stillmark  art photography

Augenblicke

Auf Schwarzweiß ist der beste Verlass. Mit Schwarzweiß hat sie bei mir begonnen. 

Der Ort:  Die Kunsthalle Baden-Baden 1969. Eines Tages stand sie plötzlich da mit ihrer Leica. Es konnte gleich losgehen, denn die Künstler bauten auf für die Ausstellungsreihe 14 mal 14. Eine von ihnen, die Bildhauerin Hildegard Lutze, hatte die Fotografin mitgeschleppt und sagte nur leicht spöttisch: „Jeder hinzukommende Lieferant bringt...“  -  und die Fotografin brachte. Die Ausstellungen wechselten, die Gesichter wechselten. Adelheid Stillmark hielt die Augenblicke fest. Das war wie Schule. Fürs Leben.


Hatte sie damals schon den Satz von Friedrich Dürrenmatt als Überschrift für ihre Arbeit gewählt: "Auch die Wirklichkeit muss geformt werden, will man sie zum Sprechen bringen?" Wie und was forme ich, scheint sie noch heute zu fragen.In ihren Porträts und Reportagen sind Augenblicke eingefangen, die für mich immer ein sekundenschnelles Vorspiel haben,

wie ein bescheidenes Anklopfen, leicht zu überhören, aber doch ein Klopfen: "Darf ich eintreten?"  Als wäre sie kurz selbst erschrocken beim Druck auf den Auslöser. Schon ist es zu spät. Wir haben wieder ein Bild von ihr. Mit ihr.

                                                                                   Klaus Gallwitz.

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© Adelheid Heine-Stillmark